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Schwule Mädchen in deiner Stadt

"Schwule Mädchen: das geht doch gar nicht", meint der Kellner.
Er ist verwirrt, weil er ein Schild für den Stammtisch der gleichnamigen Sauf-Gemeinschaft malen soll. Ein erster großer Etappensieg für die revolutionäre Bewegung der Schwulen Mädchen.
Noch sind es nur die Kellner. Doch schon bald werden sich auch Sekretärinnen, Zahnärzte und Zeitungsverkäufer umgucken. Raumpfleger und Koksdealer werden sich die Augen reiben. Taxifahrer werden vor Schreck ihr Licht ausschalten.

Denn die Schwulen Mädchen sind unterwegs. Sie haben sich aufgemacht, die herrschende Weltordnung aus den Angeln zu heben.
Und die Massen werden ihnen folgen.
Kfz-Mechaniker und andere Handwerksburschen werden ihrem verführerischen Flötenspiel in die Darkrooms nachsteigen - und dann wird erstmal gepoppt.

ich will auch ein Schwules Mädchen werden...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chronik

Die Vollzugsmeldung :

Jetzt geht´s los !
Berlin hält den Atem an !

Janz Berlin hält den Atem an:
Die Gründung der Schwulen Mädchen ist vollzogen. Hurra! Toll!

Am Abend des 27. Dezember 2001 traf sich eine dunkle Schar acht tapferer schwuler Mädchen.
Sie scheuten weder Schneegestöber noch Käsefondue, um sich pünktlich zwischen 19.03 und 20.37 Uhr im Gelben Salon eines weiterhin streng geheim gehaltenen Ortes in Berlin-Kreuzberg einzufinden.
Dort wurde der ebenso heißersehnte wie gefürchtete Gründungsakt in die Tat umgesetzt.

Schon Wochen vorher versuchten Agenten der Homosexuellen-Verbände, Zeitpunkt und Ort des konspirativen Treffens auszuspionieren. Doch die Reihen der Schwulen Mädchen waren natürlich fest geschlossen. Nicht der geringste Hinweis kam an die Öffentlichkeit.

Wowi...  Auch ein Schwules Mädchen? Hmm...? Wer weiß?

...grrrrrrr.....  Garantiert kein Schwules Mädchen! Niemals! Versprochen!

Auch die Meldung einer einschlägigen Boulevardzeitung, der Regierende Bürgermeister persönlich sowie Prominenz aus der Bundespolitik plane, sich der Geheimgesellschaft anzuschließen, konnte bis heute nicht bestätigt werden. Der Verdacht besteht weiterhin, aber niemand außerhalb des innersten Machtzirkels der Schwulen Mädchen weiß etwas genaues...

***

 

Augenzeugenbericht
vom 27. Dezember 2001 (19.03 Uhr - ?) -
Gründungsorgie der
"Schwulen Mädchen (SM) e.V.":

Nach bierseliger Begrüßung erkoren die anwesenden Schwulen Mädchen alsbald einen Versammlungsleiter und einen Schriftführer. Ordnung muss sein. Gerade bei Schwulen Mädchen.

Der reiche Erfahrungsschatz alter Vereinsrecken gereichte zu einer zügigen Einigung auf die Satzung der Schwulen Mädchen.
Einzig Artikel 2 Abs. 1 stieß auf den erbitterten Widerstand eines einzelnen Mitgliedes - ein entsprechender Änderungsantrag fand jedoch erwartungsgemäß keine Mehrheit. (Anmerkung des Webmastermädchens: Und das ist auch gut so!)
Nach kleineren Korrekturen wurde die Satzung der Schwulen Mädchen schließlich einstimmig verabschiedet.

Nach alkoholschwerer Diskussion wurde auch das Schwule Manifest verabschiedet. Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Mitgliedes wird das Manifest künftig mit dem Zusatz "(vorläufig)" versehen, um den provisorischen Charakter des Dokuments zu unterstreichen.
Die redaktionelle Bearbeitung des Schwulen Manifests wird nach einhelliger Meinung noch einige tausend Jahre in Anspruch nehmen.
Zu diesem Behufe wird eine Programmkommission eingesetzt. Als taugliche Arbeitsgrundlage für die nächsten hundert Jahre wurde das "Schwule Manifest (vorläufig)" einstimmig angenommen.

Die Wahl des Kassenwartes stand zunächst ganz im Focus der sexuellen Phantasien eines Kandidaten, die dieser an einem "Vorstandsmitglied seiner Wahl" zu verwirklichen wünschte. Hier drohte die Gründungsversammlung der Schwulen Mädchen dann erst- und zum Glück auch letztmalig zu scheitern. Nachdem der Besagte schließlich doch zu einer bedingungslosen Kandidatur bewegt werden konnte, kapitulierte der Rest der Versammlungsteilnehmer und wählte ihn einstimmig bei einer Enthaltung zum Kassenwart.

Zu weiteren Bundesvorständen wurden sechs weitere Schwule Mädchen in offener Abstimmung einstimmig gewählt.

Die Mitgliedsbeiträge wurden auf Vorschlag eines einzelnen Mitglieds wie folgt festgelegt:

Sozialbeitrag: 5 Euro monatlich.
Regelbeitrag: 10 Euro monatlich.
Solidarbeitrag: 25 Euro monatlich.

Wer noch mehr zahlen will, wird daran selbstverständlich nicht gehindert.

Nach dann ganz offensichtlich alkoholbedingten Ausfällen einiger Mitglieder fand sich die Versammlung schließlich doch noch in der Lage, eine Programmkommission, bestehend aus drei Schwulen Mädchen, zu wählen. Diese wird am Schwulen Manifest werkeln, dieses aktualisieren und propagieren.

Während die Versammlung danach bereits in größter Disziplinlosigkeit auseinander lief, um die Toilette zu besuchen, Pizza zu bestellen oder neues Bier vom Balkon zu holen und sowieso ständig laut durcheinander redete, gelang es den verbliebenen und halbwegs beherrschten Schwulen Mädchen, einen Maskottchenbeauftragten des Verbandes zu bestimmen. Ihm wurde aufgetragen, das penisbewehrte Haserl aus seinem virtuellen Schattendasein zu befreien und zu dreidimensionalem Leben zu erwecken.

Über die weiteren furchtbaren Entgleisungen des Abends sei an dieser Stelle der Mantel der Geschichte gedeckt.

***

Anmerkung des schwulen Webmastermädchens:
Der tuntige ukrainische rote Sekt, der zur Feier der Gründung der "Schwulen Mädchen" gereicht wurde, war etwas zu gut gekühlt, hier ist der Beweis:

 

     

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